Hybrid Art

May the Horse Live in me, 2011

Preis: Goldene Nica - Golden Nica



KünstlerInnengruppen:
Art Orienté Objet (FR): Marion Laval-Jeantet (FR), Benoît Mangin (FR)

Adresse (URL):
http://www.artorienteobjet.com/

Cyberarts 2011 - International Compendium Prix Ars Electronica 2011

Die Performance May the Horse Live in Me ist eine Art „Biokunst“-Versuch und ein Beispiel extremer Körperkunst. Mittels einer Injektion von Blutplasma werden ein tierischer Organismus (in diesem Fall ein Pferd) und ein menschlicher gekreuzt. Dabei handelt es sich natürlich nicht um einen tödlichen Eingriff wie jenen des mythologischen Helden Midas, der angeblich Selbstmord beging, indem er Stierblut trank, sondern um ernsthafte therapeutische Forschung mit dem Ziel, das Pferdeblut für den Menschen verträglich und zu medizinischen Zwecken nutzbar zu machen. Marion Laval-Jeantet hat dafür verschiedene Immunglobuline aus Pferdegewebe getestet. Diese Immunglobuline erkennen das jeweilige Zielgewebe und bewirken eine spezifische funktionale Regulierung desselben.

Die inszenierte Blutsverschwisterung wirft Fragen über die Grenzen zwischen den Arten und die vermeintliche Überlegenheit des Menschen über das Tier in seinem Umgang mit den Ressourcen auf. Ist das Tier vielleicht die Zukunft des Menschen?

Die Performance in Ljubljana, an der neben Marion Laval-Jeantet und Benoît Mangin auch ein Verhaltensforscher und ein Pferd beteiligt waren, dauerte etwa eine Stunde. Eine Vorbereitungszeit von zehn Tagen war nötig, damit sich Künstlerin und Pferd aneinander gewöhnen konnten. Die Performance stellt mit ihrer Verbindung von ethologischer und biologischer Forschung und ihren dabei gewonnenen Erkenntnissen eine Art Höhepunkt im Schaffen von Art Orienté Objet dar.

Credits:
A coproduction with Galerie Kapelica, Slovenia and Espace Rurart, France.